Woll- und Schmierläuse
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Schmier- oder Wolläuse saugen die Zellen leer und sondern Honigtau ab. Durch den hohen Verschmutzungsgrad an Honigtau und nachfolgende Besiedlung mit Schwärzepilzen (Rußtau) wird die Pflanze enorm geschädigt.. DA Wolläuse, wenn man sie nicht sofort richtig behandelt, in Massen auftreten, sind Deformationen der Blätter und starke Wachstumshemmungen die Folge. Saugstellen bei einzeln sitzenden Tieren von gelben bis rötlichen Flecken umgeben. Die Wolläuse sitzen meist unter den Blättern, junger Befall findet sich bei blühenden Plfanzen immer an den Blütenstielen im Übergang zu den Blüten.
Die Familie der Schmierläuse umfasst etwa 1000 Arten, die sich unter anderem in der Länge der Schwanzfäden und der Art der Behaarung unterscheiden. Sie erreichen eine Körperlänge von einem bis zwölf Millimetern. Die Vertreter dieser Familie sind allerdings nicht mit einen deckelartigen Schild besetzt, die erwachsenen Tiere sind mit mehligem Wachsdekret bepudert. Der Körperrand ist mit Dornen versehen, besonders am Hinterende finden sich zum Teil sehr lange Wachsfäden.
In Mitteleuropa sind in Orchideen zwei Arten von Bedeutung.
Die Zitronenschmierlaus (Planococcus citri Risso): Sie wird 3,0-5,0 mm lang, oval dunkelgelb bis gelblichbraun gefärbt, mit Wachsausscheidungen bepudert, kurze und dicke Filamente am Körperrand. Sehr polyphag lebend mit starken Honigtauausscheidungen. Die gelben Eier werden in Wollmassen am Hinterleib abgelegt, Temperaturoptimum liegt bei 24°C.
Langdornige Schmierlaus (Pseudococcus longispinus Targ.-Tozz. [= Pseudococcus adonidum L.]): 3,0-5,0 mm lange, rötlich bis orange gefärbte, ovale Wolllaus. Charakteristisch ist die Länge der Schwanzfäden (Filamente), die etwa so lang wie der Körper der Tiere sind. Auffällig sind extrem starke Honigtauausscheidungen.
Die Wolläuse stammen aus tropischen Regionen weltweit und haben sich in den letzten Jahren als Hauptschädling bei der Gattung Phalaenopsis etabliert. Die wachsartigen Ausscheidungen helfen den Arten, Temperaturen bis minus 40°C zu überleben.
Vermehrung meist über Eier, einzelne Arten bei günstigen Bedingungen aber auch überwiegend lebendgebärend. Die meisten Arten legen ihre Eier in einer schützenden (haarigen) Wachshülle ab. Die Eiablage erfolgt meist in der wärmeren Jahreszeit, wobei hunderte von Eiern gelegt werden. In einem Jahr entstehen so ein bis zwei, unter sehr günstigen Bedingungen wie z. B. in einem Gewächshaus auch bis zu acht Generationen. Im Gegensatz zu den gepanzerten Schildläusen bevorzugen die meisten Schmierlaus-Arten eher krautige Pflanzen,
Eine vernünftiger und anhaltender Erfolg bei der Bekämpfung vpn Wollläusen ist ein langfristiges Unterfangen:
- Der erste Schritt zur Verhinderung eines Befalls liegt in sorgfältiger Kontrolle von Importmaterial. Auf Wollläuse ist dabei in Blattachseln und Triebspitzen zu achten, unbemerkt eingeschleppte Schädlinge können sich oft über mehrere Monate versteckt halten bis es zu sichtbaren Schäden an den Kulturen kommt. Solange sich ein Befall auf wenige Pflanzen beschränkt, sollten diese vernichtet werden. Sobald sich aber an mehreren Stellen Symptome zeigen oder sich ein zunächst nicht sichtbarer Befall zum Problem ausweitet, sind chemische Maßnahmen unumgänglich.
- Der günstigste Zeitpunkt einer chemischen Bekämpfung liegt während des Schlüpfens der Jungtiere. In diesem Stadium ist mit Insektiziden der höchste Wirkungsgrad zu erzielen. Wollläuse lassen sich noch relativ gut bekämpfen, solange keine Wachswolle gebildet ist. Da sich aber immer alle Stadien gleichzeitig auf den Pflanzen befinden, also auch ständig Jungtiere nachkommen, außerdem die Larvenentwicklung sehr lange dauert, müssen wiederholte Behandlungen im Abstand von 10-14 Tagen durchgeführt werden.
- Eine chemische Bekämpfung sollte immer abends erfolgen, die Pflanzen sollte gut gewässert sein. Die optimale Temperatur liegt je nach Spritzmittel be 16-20°C. Der Sprühnebel sollte sehr fein sein, man kann 1-2 Tropfen Spülmittel dazugeben, um die Wasserspannung zu zerstören.
- Je nach Witterung muß die Behanldung 2-3x im Abstand von 3-6 Tagen wieder holt werden.
Schlupfwespen sind bei der Bekämpfung der Schmierläusen sehr erfolgreich:
Leptomastix dactylopii :
Eine kleine, 3 mm große Schlupfwespe, sehr effektiv gegenüber Planococcus citri . Tier ist gelb-braun gefärbt, macht kurze, hüpfende Sprünge. Hohe Temperaturen von mindestens sind 24-27 °C für optimale Entwicklung notwendig. Dann werden Eier in ausreichender Zahl in das dritte Nymphenstadium und in erwachsene Wollläuse gelegt. Hohe Lichtintensitäten sind erforderlich, Einsatz im Sommer sinnvoll. Pseudococcus wird durch die Schlupfwespe nicht parasitiert.
Leptomastidea abnormis :
Gelb-braun gefärbt, nur etwa 2 mm lang. Nur Planococcus citri wird parasitiert. Temperaturen von 20-24 °C sind für die Entwicklung der Schlupfwespe ideal. Da das Tier geringere Ansprüche an Licht stellt, kann es auch im Frühjahr und Herbst eingesetzt werden.
Cryptolaemus montrouzieri :
Der Australische Marienkäfer ist 4 mm groß, orange gefärbt mit schwarzen Flügeldecken. Die Larven sind ca. 13 mm lang, mit weißem, wachsartigen Material bepudert. Cryptolaemus ist ein Räuber, der alle bekannten Wolllausarten frisst. Auch die Eigenschaft dass er für Befallsherde geeignet ist, macht die Ausbringung des Nützlings interessant. Der Käfer macht in der Regel keine vollständige Entwicklung im Gewächshaus durch. Auch er ist nur gegen Planococcus citri sinnvoll.
Immer wieder findet sich im Internet und in manchen "Fachzeitschriften" der Tipp, die Tier abzusuchen. Davon kann nur abgeraten werden, da man nur die großen Tiere erwischt, und die Eier auf der Pflanze verreibt, bzw. sie in das Substrat fallen Die Besucherzahlen zur Bereerdiung 3 Wochen später sind dann enorm.
Bei ganz geringem Befall können die Tiere mit Alkohol (zerstört das Gespinst) und Neem- oder Speiseöl betupft werden. Das Öl kann die Tiere ersticken lassen. Diese Methode ist sehr umweltfreundlich, aber kostet viel Zeit.
Die Woll- und Schmierläuse sind erst Ende des 20 Jhdts. in Europa in den Kutlturen aufgetaucht, mehr oder weniger zeitgleich mit der Massenverbreitung der Phalaenopsis, ihrer Lieblingsspeise.