Schildlöuse
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Napfschildläuse
Deckelschildläuse
Schadbilder sind bei Deckel- und Napfschildläusen mehr oder weniger identisch
Typisch für eine Napf- und/oder Deckelschildlausbefall ist das Einstechen in das Blatt, dann wird ein giftiger Speichel abgesondert, der für gelb, rot oder braun Färbung an der Einstichstelle sorgt. Im Laufe der Zeit sondern die Tiere Honigtau ab, der meist anschließend von Rußtaupilzen besiedelt wird. Wenn der Befall nicht behandelt wird, stirbt die Pflanze irgendwann ab.
Deckelschildläuse
Es sind über 2600 Arten an Deckelschildläusen bekannt, sie sind damit die größte und auch am meisten spezialisierte Familie der Schildläuse. Viele von ihnen zählen zu wirtschaftlich bedeutenden Schädlingen. In Europa sind 213 Arten beheimatet.
Deckelschildläuse haben 3 Larvenstadien:
Nur im ersten Stadium sind sie beweglich, dann und suchen sie sich oberirdisch an der Pflanze einen geeigneten Platz um Pflanzensäfte zu saugen. Anders als die anderen Vertreter der Schildläuse produzieren die Deckelschildläuse keinen Honigtau, dadurch entfällt der Befall mit Sternrußtau. Im ersten Stadium klettern Läuse häufig auf den Pflanzen hinauf, um sich dann vom Wind zu neuen Nahrungspflanzen tragen zu lassen. Die erfolgreiche Neuansiedlung ist vor allem an mittlere bis hohe Luftfeuchtigkeit gebunden, während Trockenheit oder starker Regen die Tiere meist tötet.
Ab dem zweiten Larvenstadium sind die weiblichen Deckelschildläuse sesshaft und besitzen auch keine Beine mehr. Das zweite Stadium stellt das wichtigste Fressstadium dar.
Im dritten Stadium findet die Fortplfanzung statt. Die zweigeschlechtliche Paarung findet bald nach der letzten Häutung statt. Während die Weibchen auch im 3. Stadium saungen, können ie Männchen auf Grund der verkümmerten Mundwerkzeuge keine Nahrung mehr aufnehmen.
Napfschildläuse
Es sind über 1100 Arten an Deckelschildläusen bekannt, in Europa sind davon ca. 150 Arten beheimatet.
Die Weibchen durchleben nur zwei, die Männchen vier Larvenstadien. Letztere entwickeln sich dabei ab dem zweiten Stadium unter einem kahnförmigen, mehr oder weniger stark durchsichtigen Schild. Die Fortpflanzung kann abhängig von der Art parthenogenetisch und/oder gemeinsam mit den Männchen erfolgen.
Das Ausbreitungsstadium der Tiere sind die Nymphen. Sie können nicht fliegen, nützen aber auch den Wind als Fortbewegungsmittel. Haben sie einen geeigneten Platz an einer Pflanze gefunden, lassen sie sich nieder und bleiben an der Stelle. Sie saugen Pflanzensaft und scheiden Honigtau aus. In der Natur wird der Honigtau meist von Ameisen gesammelt, in der Kultur bilder er die Grundlage für Rußtaupilze.
Deckelschildläuse
Die Deckelschildläuse sind in der Regel zweigeschlechtlich, es gibt Männchen und Weibchen. Aber auch Parthenogenese ist nicht selten. Die Mönnchen sind wesentlich kleiner und zierlicher. Je nach Art können sie geflügelt, ungeflügelt oder sie haben eine larvenähnliche Gestalt. Die Genitalien sind im Verhältnis sehr lang, außen angelegt und leicht erkennbar, sie müssen bis zur Geschlechtsöffnung der Weibchen bis unter das Schild reichen.
Die Weibchen locken die Männchen durch die Absonderung von Sexualduftstoffen (Pheromonen) an. Im Laufe des Lebens können die Weibchen je nach Art 50-400 Eier ablegen, die frisch geschlüpften Jungtiere, die kaum zu erkennen sind, wandern für 2-3 Tage und suchen einen neuen Platz. Die Weibchen verlieren dann ihre Beine und setzen sich fest.
Napfschildläuse
Napfschildläuse vermehren sich meist durch sexuelle Fortpflanzung, wobei die geflügelten Männchen die Weibchen befruchten, die dann Eier unter ihrem Schild oder in wachsartigen Säcken ablegen. Die Larven sind 2-3 Tage lang mobil, suchen sich einen Saugplatz und entwickeln sich zu unbeweglichen Weibchen, die Schilde ais Exkrementen durch eine zusätzlich Darmöffnung. Viele Arten können sich aber auch ungeschlechtlich (parthenogenetisch) vermehren, was eine schnelle Ausbreitung ohne Männchen ermöglicht, besonders bei geschwächten Pflanzen und trockener, warmer Luft.
- Eiablage: Die Weibchen legen Hunderte bis Tausende Eier ab, entweder unter ihrem Schild oder in speziellen wachsartigen Säcken.
- Schlupf: Aus den Eiern schlüpfen winzige, sechsbeinige Larven (Crawler), die aktiv nach einem geeigneten Platz suchen, meist an jungen Trieben.
- Ansiedlung: Nach dem Finden einer Saugstelle stechen sie ihren Stechrüssel ein und werden sesshaft (Nymphe), wodurch ihr Schild wächst.
- Entwicklung: Weibchen bleiben unbeweglich, während Männchen (falls vorhanden) sich entwickeln, oft geflügelt sind, aber nur kurz leben, um zu paaren.
- Überwinterung: Können im Freiland als Larve oder Ei überwintern. Das ist abhängig von der Art und der Temperatur.
Der chemische Pflanzenschutz muss konsequent und wiederholt durchgeführt werden. Bei Befall sind mindestens 2-3 Behandlungen im Abstand von 2 Wochen nötig. Es empfiehlt sich, abends nasse Pflanzen zu sprühen, damit das Spritzmittel lange auf der Pflanze liegenbleibt, und unter die Schilde eindringen kann. Bei chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen ist auf ständigen Wirkstoffgruppenwechsel zu achten. Mineralöl wirkt zwar recht zuverlässig, ist bei häufigem Einsatz allerdings problematisch was die Verträglichkeit verschiedener Orchideen angeht.
Das Absuchen von den Insekten, was gerade im Internet häufig empfohlen wird, hat sich als kontroproduktive gezeigt. Im Falle der geschlechtlichen Vermehrung werden die Eier auf der Pflanze verteilt oder fallen auf das Substrat. Auch bei der Parthenogenese werden die für das menschliche Auge kaum sichtbaren Jungtiere über die Pflanze verteilt.
Schildläuse können biologisch bekämpft werden, allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen Napf- und Deckelschildläusen.
Deckelschildläuse werden sowohl von den Marienkäfern als auch von der Schlupfwespe Aphytis melinus angenommen.
Bei Napfschildläusen muß die Art bestimmt werden. Coccus hesperidum kann mit den Schlupfwespen Microterys flavus, Metaphycus helvolus und Encyrtus lecaniorum recht erfolgreich bekämpft werden.
Saissetia-Arten von Napfschildläusen müssen mit folgenden Schlupfwespen Metaphycus und Encyrtus sowie mit Coccophagus lycimnia bekämpft werden.
Diese Behandlungsmethoden aus dem Jahr 1848 dienen nur zur Information und Unterhaltung. Bitte beachten Sie, das der Einsatz mancher, hier erwähnter Chemikalien heute nicht mehr erlaubt ist, da sie gesundheits- (auch für den Anwender) und sehr umweltschödlich sein können. Lesen, nachdenken und schmunzeln ist erlaubt, aber nicht nachmachen.