Springschwänze (Collembolen)
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Bei starkem Befall (hoher Befallsdruck) werden bei jungen, weichen Pflanzen Fraßspuren in Form von sehr kleinen Löchern sichtbar. Bei extrem hohen Befallsdruck kommen die kleinen, weißlichen Tierchen auch auf die Substratoberfläche. Bei gut durchlüftenden Substraten ist das Schadpotential durch Springschwänze sehr gering
.
Springschwänze oder Collembolen sind auf der Welt mit ca. 9500 bekannten Arten vertreten, davon über 500 in Deutschland. Die 1,0-4,0 mm (weltweit 0,5-17mm) kleinen Tierchen haben eine weißliche, manchmal silbrig-schwarze Körperfärbung. Die Sprunggabel am Hinterleib lässt sie bei Gefahr "wegspringen", was Ihnen den deutschen Namen gegeben hat. Springschwänze brauchen eine feuchte Umgebung, weshalb Sphagnum-haltige Substrate oder Torfe bevorzugt werden. Die Nahrung besteht überwiegend aus totem organischem Material, bei Massenauftreten, besonders in zu feuchten bis nassen Topferden, können allerdings auch sehr junge, lebende Pflanzenteile angefressen werden.
Springschwänze (Collembolen) vermehren sich geschlechtlich durch die Ablage von Spermapaketen (Spermatophoren) durch die Männchen, welche die Weibchen aufnehmen und zur Befruchtung ihrer Eier nutzen, wobei die Nachkommen nach dem Schlüpfen wie die Eltern aussehen (keine Metamorphose). Einige Arten pflanzen sich aber auch parthenogenetisch (ungeschlechtlich) fort, und bei vielen Arten wechseln sich fruchtbare und unfruchtbare Phasen mit Häutungen ab. Junge Tiere sind nach etwa 3 Wochen geschlechtsreif und können Eier ablegen, aus denen nach 7-10 Tagen wieder Jungtiere schlüpfen können. Wenn die Umweltbedingungen nicht passen wird die Vermehrung eingestellt, im Freien können Collembolen bis über 4 Jahre ohne Entwicklung überdauern.
Die meisten Arten der Springschwänze sind polyphage Detritusfresser. Zu den Fressfeinden der Collembola zählen insbesondere Milben, Spinnen, Weberknechte, Pseudoskorpione, Doppelschwänze, Hundertfüßer, Laufkäfer, Kurzflügelkäfer, Zweiflügler, Ameisen und Wanzen. Auch wenn Collembolen in der Kultur als Schädling gelten, erfüllen Sie in der Natur mehrere wichtige Aufgaben:
Ihre Fähigkeit, Schwermetalle zu binden und zu immobiliseren, macht sie zu wertvollen Erstbesiedlern. Als Allesfressern, aber auch als Spezialist, können vorrangig Algen, Pilze, Aas, Exkremente oder Pollen gefressen werden, auch Bodenmikroorganismen können verzeht werden.
Da Collembolen nur bei deutlichen Pflegefehlern und verdichteten, übersauerten Böden auftreten, ist eine cheimsche Bekämpfung unnötig.
siehe Bekämpfung. Im Notfall können auch Nematoden (Steinernema feltiae Filipjev) gegossen werden.
Über Collembolen war in der zur Verfügung stehenden Literatur nichts zu finden. Da aber immer extrem gifitge Chemikalien wie Arsen, Nikton und Cyanide zum Einsatz gekommen sind, hatten die Springschwänze von vornherein keine Überlebenschance.